Das Gefühl, das ich nicht benennen konnte

Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht auf Human Design gestoßen, weil ich aktiv danach gesucht habe. Es war nicht dieser eine Moment, in dem ich beschlossen habe, jetzt etwas zu verändern. Vielmehr war ich an einem Punkt in meinem Leben angekommen, an dem ich einfach gespürt habe: So wie es gerade läuft, fühlt es sich nicht mehr richtig an.

Von außen betrachtet war eigentlich alles da. Familie, Alltag, dieses ganz normale Leben, das doch einfach funktionieren sollte. Und trotzdem war da innerlich etwas, das sich nicht stimmig angefühlt hat. Eine leise Unruhe, die ich lange nicht greifen konnte.

Ich war oft erschöpft, schneller überfordert, als ich es von mir kannte. Und dieses unterschwellige Gefühl, nicht ganz ich selbst zu sein, war immer da. Ich konnte es nicht wirklich benennen, aber tief in mir wusste ich: Irgendetwas passt hier nicht.

Rückblickend glaube ich, dass ich mich über viele Jahre hinweg stark angepasst habe. An Erwartungen, an Strukturen, an das, was man eben so macht. Gleichzeitig habe ich so viel wahrgenommen – Energien, Stimmungen und Dinge zwischen den Zeilen – oft intensiver, als ich es erklären konnte.

Doch genau das habe ich lange infrage gestellt. Ich habe es weggeschoben, kleingeredet und mir eingeredet, dass ich mir das wahrscheinlich nur einbilde. Bis zu dem Punkt, an dem es einfach nicht mehr ging.

Das erste Mal von Human Design gehört

Als ich dann das erste Mal von Human Design gehört habe, war das kein lauter Aha-Moment. Es war eher etwas ganz Leises. Ein inneres „Oh … okay.“

Kein sofortiges Verstehen, kein klares Einordnen – aber ein Gefühl von Wahrheit.

Ich habe nicht alles auf Anhieb verstanden, ganz im Gegenteil. Und trotzdem habe ich mich in so vielen Dingen wiedergefunden. Vor allem in den Momenten, in denen ich vorher dachte, mit mir würde etwas nicht stimmen.

Was mich dabei am meisten berührt hat, war nicht das Wissen an sich. Es war dieses tiefe Gefühl von: Ich bin genau richtig, so wie ich bin.

Plötzlich durfte meine Sensibilität da sein, ohne dass sie ein Problem war. Meine Erschöpfung bekam eine andere Bedeutung und war nicht länger einfach nur „Schwäche“. Meine Art zu fühlen wurde nicht mehr zu etwas, das ich verstecken musste, sondern zu einer Stärke.

Vor allem wurde mir klar: Ich war nie falsch. Ich hatte nur lange gegen meine eigene Energie gelebt.

Was sich seitdem verändert hat

Diese Erkenntnis war ehrlich gesagt ziemlich emotional. Auf einmal ergaben so viele Dinge Sinn  Dinge, die ich vorher nie wirklich einordnen konnte.

Der größte Wandel war für mich gar nicht, dass ich Human Design verstanden habe. Es war der Moment, in dem ich angefangen habe, mir selbst wieder zu vertrauen. Meiner Wahrnehmung. Meinem Gefühl. Meinem eigenen Tempo.

Nach und nach habe ich aufgehört, mich ständig zu vergleichen oder mich in Formen zu pressen, die sich für mich nicht richtig angefühlt haben. Das war kein perfekter, gerader Weg. Und ehrlich gesagt ist es das bis heute nicht. Es ist vielmehr ein Prozess des Zurückkommens. Immer wieder.

Heute arbeite ich mit Human Design, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, sich selbst zu verlieren. Und weil ich auch weiß, wie es sich anfühlt, sich Schritt für Schritt wiederzufinden.

Human Design ist für mich dabei nicht einfach ein System, nach dem ich arbeite. Es hilft mir vielmehr, das in Worte zu fassen, was ich oft ohnehin wahrnehme. Ich arbeite sehr intuitiv und spüre häufig Dinge, bevor sie ausgesprochen werden. Genau diese Verbindung aus Human Design und Intuition macht meine Begleitung aus.

Ich begleite Menschen nicht dabei, jemand Neues zu werden. Sondern dabei, wieder bei sich selbst anzukommen. In ihrer eigenen Energie. In ihrem eigenen Tempo.

Heute glaube ich, dass Human Design genau zu dem Zeitpunkt in mein Leben kam, als ich offen dafür war. Rückblickend fühlt es sich fast so an, als hätte es mich an etwas erinnert, das tief in mir schon immer da war  das ich im Laufe der Jahre nur aus den Augen verloren hatte.

Vielleicht bist du gerade selbst an einem Punkt, an dem dieses leise Gefühl immer wieder auftaucht. Dieses Gefühl, dass da noch mehr sein muss.

Dann möchte ich dir sagen: Du bist mit diesem Gefühl nicht allein.

Oft liegt das, wonach wir suchen, nicht irgendwo im Außen. Sondern genau dort, wo wir schon lange nicht mehr hingeschaut haben: bei uns selbst.

Wie Human Design auch unser Familienleben verändert hat

Was ich damals überhaupt nicht erwartet hatte: Die größte Veränderung betraf nicht nur mich. Mit der Zeit begann Human Design auch unseren Familienalltag zu verändern.

Mir war schon immer klar, dass jedes Kind anders ist. Das sagt man oft so nebenbei, und natürlich wusste ich das auch. Aber durch Human Design wurde mir das auf einer viel tieferen Ebene bewusst.

Es ging plötzlich nicht mehr nur darum, individuell auf jedes Kind einzugehen, sondern wirklich zu verstehen, mit welcher Energie jedes von ihnen durchs Leben geht.

Das hat unseren Blick auf viele Situationen verändert.

Ein Beispiel, das unseren Alltag bis heute erleichtert: Lange dachte ich, meine Kinder bräuchten abends vor allem Ruhe, um gut einschlafen zu können. Durch unsere Erfahrungen mit Human Design habe ich jedoch beobachtet, dass es für sie viel wichtiger ist, ihre Energie vorher auf eine Weise auszuleben, die ihnen wirklich Freude macht.

Das muss gar kein wildes Toben sein. Manchmal ist es Malen, Basteln, ein Spiel oder etwas anderes, das sie erfüllt. Erst danach können sie wirklich zufrieden zur Ruhe kommen. Allein diese Erkenntnis hat unsere Abende deutlich entspannter gemacht.

Mein Großer ist Generator mit dem Profil 1/3, meine Kleine Generatorin mit dem Profil 6/2. Wir haben zwar unterschiedliche Energietypen ich bin Projektorin und sie Generatorin  aber das gleiche Profil. Gerade dadurch erkenne ich in ihrer Art, die Welt zu erleben, immer wieder etwas von mir selbst. Das hilft mir, sie auf einer tieferen Ebene zu verstehen.

Mein Mann ist manifestierender Generator mit dem Profil 5/2 und der Einzige in unserer Familie mit einem definierten Emotionszentrum. Lange konnten wir nicht verstehen, warum wir anderen seine Stimmung oft viel stärker wahrgenommen haben als er selbst. Erst mit der Zeit wurde uns bewusst, dass wir seine Emotionen häufig aufgenommen haben, ohne sie von unseren eigenen unterscheiden zu können. Dieses Verständnis hat vieles verändert. Heute können wir bewusster damit umgehen und geraten viel seltener in Situationen, in denen wir uns gegenseitig hochschaukeln.

Human Design hat unsere Familie nicht perfekt gemacht. Aber es hat uns geholfen, einander mit anderen Augen zu sehen. Weniger zu bewerten. Mehr zu verstehen.

Heute schauen wir nicht mehr nur darauf, was unsere Kinder brauchen, sondern auch darauf, wie sie es brauchen. Das macht unseren Alltag nicht immer leichter aber oft liebevoller, ehrlicher und deutlich stimmiger.

Und genau das wünsche ich auch den Menschen, die ich begleite: nicht jemand anderes zu werden, sondern sich selbst und die Menschen, die sie lieben, ein Stück besser zu verstehen.